Healing Drone No 1 (Xenzoa)

Healing Drone No 1 (Xenzoa)

Für gefundene Klangobjekte und diverse Instrumente mit flexiblem Pitch (Synthesizer, Brass, Strings &/oder Woodwinds)

  1. Suche nach prägnanten Frequenzen des  Klangobjektes (Finde mindestens 3)
  2. Improvisiere auf dem Instrument in einer Range von maximal 100 Cent um die zentralen Frequenzen des Klangobjektes. Benutze Vierteltöne oder irgendeine anderes mikrotonales System.
  3. Zeit und Tempo: Ad Libitum. Oder benutze traditionelle Atemtechniken wie Anuloma Viloma/ Nadi Shodana (4-4-8; 4-7-8 etc), Zähl- und Gebetsketten (Mantras, Mishaba, Rosenkränze) oder zähle die Fibonacci-Reihe, Primzahlen o. Ä. 
  4. Suche nach Binaural Beats, Chakra- and Planetentöne und hoffe, dass sie für dich funktionieren.
Healing Drone No 1 (Xenzoa) for Jacob Böhme

Dokumentation

Healing Drone (Xenzoa)

Das eigentliche Thema der Musik wurde das Hören selbst. Das Werk tritt hinter das produktive Hören zurück. 

Das alles ist nicht neu (vgl. Cage, Partch, Haas etc ), aber persönlich.

Im besten Fall ermöglicht das Einschwingen in diesen Prozess dem Instrumentalisten (im Besten Falle) einen – wie es bei Böhme heißt – Zustand „ichloser Gelassenheit“.

Im instrumentalen Umkreisen einer (zufälligen) Frequenz können Musiker ihre Instrumentaltechniken erweitern, und ihr Gehör in Mikrotonbereichen schärfen. Der Klangraum wird affektiver Raum, in dem pragmatisch Intonation, Atemtechnik (Stütze), Gehör etc geschärft werden und gleichzeitig akustische Phänomene, wie Schwebungen, inaugurale Beats, Untertonschwingungen etc erfahren werden können.

Die esoterischen Anklänge (Atemtechniken, Chakra- und Planetenfrequenzen etc) sind weniger Ausdruck einer Glaubensüberzeugung, als die Konzeptionalisierung der leicht amüsierten Beobachtung, dass Musiktheorie, Mystik und Wissenschaft des 17. Jahrhunderts zur „Money-Machine“ im 20. und 21.Jahrhundert wurden. So kann die  „Healing Drone“ auch als eine Blaupause für die Verfertigung von (kommerzieller) Chakra- und Meditationsmusik verwendet werden. Wer Glück hat, erfährt dabei Böhmes „unio mystica“, absichtslos.  

Neben der Healing Drone entsteht ein Konvolut an Gedichten und täglichen „Instant Composition Instructions“. Dokumentiert online auf: http://konstantinjahn.com/healing-drone-i-want-to-believe/

Die Entstehung dieses Werkes wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglicht.